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Tagestour mit der Escuna zur ILYA DES FRATES!
Diese gutmütigen und behäbigen Segelboote aus dicken Holzplanken dienten einst für den küstennahen Transport von Holz, Zucker und anderen Rohstoffen welche aus dem Hinterland von Bahia in die Hafenstadt Salvador gebracht werden sollten. Seit mehr als 50 Jahren wird dieser Transport nun von Stahlschiffen erledigt und die alten Holzboote verrotten.
Einige Liebhaber dieser geschichtsträchtigen Boote haben alte Schiffe gekauft, sie komplett saniert und mit einem Dieselmotor versehen. Sie bieten nun Fahrten, zu den verschiedenen Inseln in der Bucht, an.
Besonders schön ist die Fahrt zur Ilya des Frates, sie liegt im hinteren Teil der Bucht von Bahia, circa 1,5 Schiffstunden von Salvador entfernt. Diese Insel ist ein noch fast unberührtes Paradies. Sie kann nur mit dem Boot erreicht werden und ihr halbmondförmiger Strand mit feinstem weißen Sand, von Kokospalmen gesäumt, erinnert stark an den Film The Beach mit Leonardo di Caprio. Salvador hat viele schöne Strände zu bieten, dieser hier ist mein Favorit.
Die Überfahrt beginnt gegen 9 Uhr im alten Hafen von Salvador beim Mercado Modello. Die Schiffe haben Platz für 20 bis 30 Personen, an Bord gibt es Musik, Getränke und zu essen. Man sitz bequem unter den riesigen Sonnensegeln und lässt die tropische Kulisse an sich vorbei ziehen. Gemütlich tuckert man zu Sambarhythmen durch die sanften Wellen.
An der Insel angekommen hat man mehrere Stunden Zeit zu baden oder die Insel zu erkunden. Es gibt verschiedene Trampelpfade auf die Hügel rechts und links der Bucht mit ihren Ruinen aus dem 17 Jahrhundert, Zeugen einer nicht geglückten Missionierung durch Jesuiten Mönche (Frates) welche gemäß einer Legende an der Lebensfreude der Bewohner gescheitert ist. Wenn man hier in Frieden mit sich und der Welt lebte, vom Meer und dem fruchtbaren Boden reich gesegnet, was sollte man da noch den Sprüchen der Mönche abgewinnen?
Es gibt 3 oder 4 Restaurants am Strand, dort kann man ausgezeichnet Essen. Frischer Fisch, Muscheln im Kräutersud (Lambreta genannt), Garnelen im Knoblauchöl gebraten (Camarao) oder eine typische Muqueca (gekochter Fisch mit verschiedenem Gemüse) sind dort zu empfehlen. Unter der Woche ist hier so gut wie gar nichts los, am Wochenende finden man dort einige Boote. Der Strand fällt ganz flach ab, für Nicht- oder Wenigschwimmer ein echtes Paradies. Zum Tauchen ist die Insel besonders gut geeignet. Das Wasser ist herrlich warm und glasklar.
Salvador de Bahia im Dezember 2004 Autor: Thomas Behnke |