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Cortona, älter als Rom ...
Cortona wurde nicht nur bekannt mit dem Buch und gleichnamigen Film „Unter der Sonne der Toskana“, sondern die Wurzeln dieser Stadt datieren zurück auf die Zeit vor Rom und Troja. Intensive Nachforschungen und Dokumente belgen, dass Cortona als eine der zwölf bedeutendsten Orte eine wichtig Rolle in der etruskischen Konfederation spielte.
"Die Stadt schmiegt sich wie ein Vogelnest an eine regelrechte Burgzinne an. Immer wieder wanderte ich auf der Fläche dieses ausgedehnten Hügels hin und her, wo die ineinander übergehenden Hausdächer und die Türme des herrlichen Ortes dem Himmel näher zu sein schienen als dem Bahnhof..." (H. James).
Dies ist nur eine von vielen Beschreibungen, die Persönlichkeiten aus dem Bereich der Kunst und der Kultur angesichts dieser Stadt verfasst haben, einer Stadt, deren Anfänge auf die Antike zurückgehen. Aufgrund der neuesten archäologischen Funde aus der Zeit der Etrusker ist man geneigt ihre Entstehung immer weiter zurückzudatieren.
Die Stadt Cortona liegt auf dem südlichen Abhang eines Ausläufers vom Monte S. Egidio (1057 m über dem Meer), der zur Bergkette gehört, die das Chiana-Tal vom Tibertal trennt und sich von Arezzo bis zum Trasimenischen See erstreckt. Bei klarer Sicht kann man den See am Horizont erkennen. In weniger als 20 Minuten erreicht man Passignano oder Tuoro mit seinen sandigen Badestränden. Starke Höhenunterschiede kennzeichnen die Topographie der Stadt (die Festung liegt 651 m, Piazza Garibaldi 500 m ü.d.M.). Das bedingt die große Steigung der meisten Strassen und erklärt, warum die Siedlung Camucia, am Bergfuße gelegen (250 m ü.d.M.), als wichtiger Strassen- und Eisenbahnknotenpunkt seine ergänzende wirtschaftliche Rolle zu Cortona entwickelt hat.
Durch die besondere topographische und geographische Lage mitten im Chiana-Tal stellte Cortona einst ein wichtiges landwirtschaftliches Zentrum dar. Heutzutage behauptet sie sich dagegen mehr und mehr auf touristischem Sektor, unter anderem wegen ihrer Geschichte, die sich in der Ferne der Legende verliert.
Nachdem die Stadt 450 n.Chr. unter römische Herrschaft geraten war, stellte sich heraus, dass sie schon den alten Griechen unter dem Namen Crotone bekannt war, während Publius Vergilius Maro und Rutilio Namanziano sie als "Corjtus" bezeichneten. Außerdem wurde sie von so berühmten Schriftstellern der Klassischen Antike wie Herodot, Polybios und sogar Dionys von Halikarnass in deren Schriften erwähnt. Danach wurde sie von den Goten erobert; doch es gibt keine genauen Angaben bis etwa 1200, als Cortona nun als freie Gemeinde einen neuen Aufstieg begann und eine eigene Münze mit dem Bildnis des Hl. Vinzenz prägte, welche in der Toskana, in Umbrien sowie in einigen Gegenden der Marken von 1267 bis zum XVI. Jahrhundert in Umlauf war.
Die lange Geschichte Cortonas glänzt von zahlreichen, weltberühmten Persönlichkeiten, die auf künstlerischem, literarischem oder religiösem Gebiet wirkten.Schon im Mittelalter wählte der Heilige Franz von Assisi bei Cortona einen Ort zur Klostergründung aus: den Konvent Eremo delle Celle, welchen er seinem Nachfolger in der Ordensverwaltung, dem Klosterbruder Elia Coppi, übergab. Zur selben Zeit lebte die Heilige Margherita (1247-1297), bekannt aufgrund ihrer edlen Wohltätigkeit, nachdem sie auf dramatische Art und Weise bekehrt wurde.
In der schöpfungsreichen und kulturell hochstehenden Epoche der Renaissance begegnen wir dem hervorragenden Maler Angelico, berühmt wegen seiner Verkündigung, Francesco Laparelli, einem bekannten Militärarchitekten, sowie Giovan Battista Madalio, einem Humanisten, der am prunkvollen Hof von Leo X. lebte. Im XVII. Jahrhundert wirkten hier der Künstler und Architekt Pietro Berrettini, der zwischen 1596 und 1669 lebte, und die Archäologen und Gelehrten Ridolfino, Marcello und Filippo Venuti, Gründer der Etruskischen Akademie (1728), die auch heute noch auf nationaler wie auch europäischer Ebene sehr bekannt ist.
In Cortona finden kulturelle und folkloristische Veranstaltungen statt, die auf alte Traditionen zurückgehen. Besonders wichtig sind die Ausstellung und Messe antiker Möbel, die vom letzten Sonntag im August bis zum letzten Sonntag im September in den Sälen des Palazzo Vagnotti stattfindet, und die Messe für Kupferarbeiten in den letzten Apriltagen. Zahlreiche Veranstaltungen kultureller Art (Kunstausstellungen, Schauspiele, Konzerte, Kulturtagungen und Debatten) finden im Laufe des Jahres statt. Von den folkloristischen Darbietungen, die während des Jahres stattfinden, erwähnen wir nur einige der wichtigsten: die "Sagra della Bistecca" (Fest des Rindersteaks vom Rost) am 14. und 15. August; verschiedene Feste zu Ehren volkstümlicher Gerichte wie Kutteln, Bruschetta, Schnecken, Frösche, Forellen und Leber.
Außerdem gibt es noch folgende Feste in der näheren Umgebung: das der Tauben in Montecchio, der gebratenen Ciaccia in S. Pietro a Cegliolo, der Kirschen in Tavarnelle, der Kastanien in S. Martino a Bocena, der Bandnudeln mit Kichererbsen in Casale und schließlich das Wildschweinfest auf dem S. Egidio. Der Blumen- und Zierpflanzenmarkt und die charakteristische Schau landwirtschaftlicher Fuhrwerke findet im April statt.
Die günstige Lage Cortonas ermöglicht es, dass man touristisch wichtige Ortschaften sowohl in der Toskana wie im nahen Umbrien leicht erreichen kann. Wir nennen nur einige der wichtigsten: Florenz, Arezzo, Siena, Perugia, Assisi, Citta di Castello.
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